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14.02.2018
Politischer Aschermittwoch
...eine kleine Fabel
So oder so ähnlich und aktueller denn je!

Fabel vom König und seinen südlichen Provinzen

Vor tausend Jahren gab es einmal einen mächtigen König in einem weit entfernen Land. Der hatte es sich in seiner Hauptstadt recht hübsch eingerichtet.

Nun begab es sich aber, dass tief im Süden seines Reiches, drei kleine Provinzstädtchen waren, deren Volk sehr unter schlechten Straßen litt.
Denn immer wenn es regnete, blieben sie mit ihren Karren im Schlamm stecken und konnten ihre Waren nicht zu Markte bringen.

Daher gingen die Bürger zu Ihren Stadtvätern um ihnen ihr Leid zu klagen.
Und die Stadtväter der drei Städtchen hielten Rat.
Nach drei Tagen und drei Nächten hatten sie gemeinsam beschlossen, eine neue Straße bauen zu wollen.

Dann gingen die drei Stadtväter mit ihrem Gefolge zum König und schilderten ihm ihre Not.

Der König aber hatte es seit Jahren versäumt, ausreichend Straßenbauarbeiter ausbilden zu lassen. Außerdem wollte er auch lieber seine Hauptstadt noch schöner machen.

Er fürchtete aber, dass er die südlichen Provinzen gegen sich aufzubringen würde, wenn er den Straßenbau rundheraus ablehnen würde.

Da erinnerte er sich einer uralten List, die er bereits von seinem Vater gelernt hatte: Teile und herrsche!“

Bereits von früheren Staatsgeschäften kannte er den Einen oder Anderen aus dem Gefolge der drei Stadtväter und wusste daher, wie er sie zu nehmen hatte, damit sie seine List unterstützen würden.

Außerdem wusste der König, dass die Schriftgelehrten des örtlichen Provinzblattes „Unabhängige Tontafel“ sowieso nur das schreiben würden, was dem König gefällt.

Zu den drei Stadtvätern sagte er aber, dass er das Vorhaben wohlwollend prüfen werde. Gerne würde er dem Straßenbau zustimmen, wenn nur alles ordentlich geplant und beantragt werde.

Zurück in den Städten zeigten sich nun diejenigen, die der König zu seinen Bütteln gemacht hatte, eifrig um die genaue Planung der Straße bemüht. Immer neue Varianten kamen ins Gespräch.

Sollte die Straße nun rechts oder links herum um den Berg gebaut werden, etwas näher an die eine Stadt oder an die Andere, mit  roten oder grauen  Pflastersteinen?

Von den Bütteln des Königs gegeneinander ausgespielt, stritten sich nun die drei Städte erbittert um die Straße. Und dies obwohl sie sich eigentlich Anfangs geeinigt hatten.

Sie ergingen sich in kleinlichen Befindlichkeiten und kamen zu keinem Ergebnis mehr.

Der perfide Plan des Königs ging auf und die „Unabhängige Tontafel“ schrieb das, was der König lesen wollte.

Das Volk aber durchschaute den schändlichen Plan des Königs und seiner Büttel nicht.

Es wurde mit seinen Stadtvätern immer unzufriedener.

Viele dachten bei sich, dass sie bei der nächsten Wahl wohl die neuen Propheten unterstützen würden, die schon immer alles ganz genau wussten.

Und wenn sie sich noch streiten und inzwischen nicht gestorben sind, so haben sie immer noch keine Straße und ihre Karren bleiben noch immer stecken, wenn es geregnet hat.

...während der Palast des Königs immer prächtiger wird!
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